Bild:(Joseph Karl Steiner. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe)

Goethes Iphigenie auf Tauris erzählt uns die Geschichte der jungen Iphigenie. Doch wie kam es eigentlich zu den Ereignissen dieser Geschichte und wie lautet die Geschichte in den alten Mythen? 

Das Ganze begann im Grunde bereits mit ihrem Urahn Tantalos. Dieser hat versucht die Götter zu betrügen. Daher hat Zeus ihn und seine Nachfahren alle verflucht. So kam es, dass sich die Mitglieder der Familie über mehrere Generationen immer wieder gegenseitig töteten. Der Fluch wurde auch der Rachefluch genannt. 

Iphigenies Vater Agamemnon war König von Mykene. Er heiratete die spartanische Prinzessin Klytämnestra. Iphigenies Onkel Menelaos, heiratete die spartanische Prinzessin Helena und wurde so König von Sparta. So waren die Schwestern Helena und Klytämnestra von Sparta mit den Brüdern Menelaos und Agamemnos von Mykene verheiratet. Doch eines Tages kamen die trojanischen Prinzen Hektor und Paris als Gäste nach Sparta. Prinz Paris und Königin Helena verliebten sich und Helena ging heimlich mit Paris nach Troja.  
Menelaos konnte dies natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Er wollte sich für den Verrat Rächen. Daher machte er sich auf zu seinem Bruder Agamemnon. Agamemnon versammelte alle Könige Griechenlands da diese geschworen haben, die Ehe zwischen Menelaos und Helena zu schützen. Die Brüder wollten zusammen mit allen Griechen in den Krieg ziehen. Doch als sie Segel setzen wollten, wehte der Wind nicht.  

Ein Priester erklärte den Königen, dass Agamemnon vor vielen Jahren die Göttin Artemis beleidigt habe. Daher sorgte sie dafür, dass der Wind nicht weht. Artemis verlangte als Entschuldigung, dass Agamemnon seine älteste Tochter Iphigenie opfern soll. Agamemnon liess also seine Tochter und seine Frau in das Heerlager bestellen. Doch als Agamemnon Iphigenie opfern wollte, sprang der tapfere Krieger Achilles dazwischen. Achilles stellte dem König ein Ultimatum. Wenn er Iphigenie töten wolle, muss er auch Achilles Töten. Agamemnon konnte also nur beide oder keinen töten. Für Agamemnon war das ein Problem, denn er wusste, dass er den Krieg nur mit Achilles Hilfe gewinnen konnte.  

Bild:(Jacopo Amigoni. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Jacopo_Amigoni_1740c_Le_sacrifice_d%27Iphigénie.jpg)

Doch dann entschied sich Iphigenie, sich freiwillig zu opfern. So wurde sie also zum Altar geführt. Unter lautem Jubel holte Agamemnon mit dem Messer zum Streich aus. Doch in dem Moment als die Klinge ihre Kehle berührte, wurde sie in eine dichte Wolke gehüllt. Als sich die Wolke verzogen hatte, lag auf dem Alter nur eine Hirschkuh.  

Artemis war so beeindruckt und gerührt von Iphigenies Mut, dass sie diese gerettet hat. Sie brachte Iphigenie nach Tauris. Und da beginnt dann auch die Handlung von Goethes Werk.  

Iphigenie wurde Priesterin im Tempel der Artemis. Sie war ihr unglaublich dankbar für die Rettung. Doch obwohl sie ihre Pflicht gegenüber der Göttin erfüllen wollte, hatte sie auch Heimweh. Viele Jahre später wurden zwei fremde Männer am Strand von Tauris angespült. Da es in Tauris die Tradition war, Fremde der Göttin Artemis zu opfern, wurden sie in den Tempel gebracht. Bevor sie geopfert werden sollte, fragte Iphigenie nach ihrer Herkunft. Die beiden erzählten ihr, sie seien Griechen. So entschied sie sich, einen von beiden freizulassen und gab ihm einen Brief. Für den Fall, dass der Brief auf dem Weg verloren ginge, erzählte Iphigenie dem jungen Mann vom Inhalt. Der Brief war an ihren Bruder Orestes gerichtet. Darin stand, er solle nach Tauris kommen, um sie zu retten und nach Hause zu bringen.  
Und so übergab der junge Mann den Brief dem anderen jungen Mann. Denn die beiden waren Orestes und sein treuer Freund Pylades die von Apollon nach Tauris geschickt wurden, um das Bildnis der Artemis zu stehlen. Und so wollten sich die drei davon machen. Doch als sie mit einem Schiff fort segeln wollten, trieb sie die Strömung wieder an Land. Bald schon erfuhr Thoas der König von Tauris von Iphigenies Fluchtversuch. Thoas der Iphigenie zur Frau haben wollte billigte dies nicht. Er sammelte seine Männer und ritt mit ihnen zur Küste, um Iphigenie aufzuhalten. Doch da stellte sich Athena, die Göttin der Weisheit und der Kriegskunst in ihren Weg. Und so konnte Iphigenie fliehen. Orestes wurde König von Mykene. Pylades wurde König von Phokis und heiratete Elektra, die Schwester von Orestes und Iphigenie. Iphigenie selbst wurde Priesterin der Artemis in Athen. So konnte sie weiterhin auch in Griechenland ihrer Pflicht nachgehen. 

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